Seid ihr schon seit ein paar Wochen mit dem ersten Schritt beschäftigt: das Interesse wecken? Kennt dein Kind schon das Töpfchen? Und kennst du die Anzeichen, an denen du erkennen kannst, dass dein Kind pinkeln oder groß machen muss? Dann ist es Zeit für den nächsten Schritt: Üben ohne Windel! Aber Vorsicht. Zieh die Windel nicht gleich ganz aus. Ein paar Mal pro Woche für eine Stunde reicht völlig aus. Zum Beispiel an den Tagen, an denen du zu Hause bist.
Das erste Mal auf dem Töpfchen
Geh es nicht zu schnell an. Das Ziel ist: ein erstes Mal Pipi oder Kaka auf das Töpfchen. Erst danach lässt du die Windel länger und öfter weg. Zuerst lernt dein Kind zu spüren, was passiert. Schritt für Schritt. Ihr lernt gemeinsam, die Signale zu erkennen. Such dir einen ruhigen Moment am Tag zum Üben aus. Zum Beispiel, wenn du zu Hause bist und nicht weg musst.
- Sag ihm, dass die Windel kurz ausgezogen wird und dass dein Kind einfach spielen darf.
- Stell das Töpfchen in die Nähe deines Kindes und zeig es ihm.
- Bleib in der Nähe und achte genau auf die Signale deines Kindes. Zum Beispiel: Wackeln, mit dem Spielen aufhören, hüpfen, sich verstecken.
- Stell einen Eimer mit Seifenwasser und saubere Kleidung bereit. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass eine kleine Pfütze auf den Boden kommt.
- Nach einer Stunde noch nichts passiert? Dann kannst du die Windel wieder anziehen. Mach das auch, dann lernt dein Kind, dass du hältst, was du versprichst. Es ist schon aufregend genug.
Während der Stunde ohne Windel
Macht gemeinsam ganz normale Dinge, aber pass auf: kein Fernseher, kein Tablet und kein Handy. Das lenkt sehr ab, sodass dein Kind nicht richtig spürt, was kommt. Achte genau auf Signale wie Wackeln, die Hand im Schritt oder unruhiges Zappeln. Sag, was du siehst: „Ich glaube, du musst mal pinkeln.“
Bring dein Kind zum Töpfchen und hilf ihm, ruhig zu sitzen, zum Beispiel mit einem Buch, einem Lied oder einem Spielzeug. Noch einmal: keine Videos, das lenkt vom Gefühl ab. Manchmal klappt es, rechtzeitig aufs Töpfchen zu kommen. Manchmal kommt das Pipi schon früher. Das gehört dazu.
Nicht ganz rechtzeitig? Dann hebe hervor, was gut gelaufen ist, zum Beispiel: „Wie toll, dass du zum Töpfchen gelaufen bist“ oder „Du hast gespürt, dass ein Pipi kommt. Das hast du gut gemacht. High Five!“
Hat es noch nicht geklappt? Zieh die Windel wieder an.
Dieser Schritt dauert meist ein paar Wochen. Das bedeutet, dass dein Kind zunächst oft übt, ohne dass etwas auf das Töpfchen kommt. Das ist also völlig in Ordnung. Ist die Stunde vorbei und hat dein Kind zwar auf dem Töpfchen gesessen, aber nichts gemacht? Dann darf die Windel wieder angezogen werden. Morgen geht es weiter. Für dein Kind ist es oft eine Erleichterung, wenn die Windel wieder angezogen wird. Denk daran: Das Ganze ist ziemlich aufregend. Schritt für Schritt, geh es nicht zu schnell an.
Hat es beim ersten Mal geklappt? Lasst uns das gemeinsam feiern!
Hat dein Kind zum ersten Mal auf das Töpfchen gemacht? Feiert das gemeinsam! Jubelt, tanzt, gebt euch ein High Five und sag, dass du stolz bist! Wiederhole das später noch einmal. Das war wirklich toll von dir! Oder erzähl es anderen. Dein Kind wird sich groß fühlen.
Von einer Stunde zu einem ganzen Tag ohne Windel
Hat dein Kind zweimal auf das Töpfchen gepinkelt oder gekackt? Erst dann kannst du die Zeit ohne Windel verlängern. Ihr seid dann in Schritt 3. Wähle feste Zeiten (einen Vormittag oder einen Nachmittag), um die Windel jedes Mal etwas länger wegzulassen. Verlängere die Zeit jeweils um eine halbe Stunde. Halte das ein paar Wochen lang durch. Achte weiterhin auf die Signale deines Kindes und halte dich an die festen Zeiten und den Rhythmus. Läuft es ein paar Tage hintereinander gut, einen halben Tag ohne Windel und ohne nasse Hose? Und kann dein Kind selbst sagen, wenn es auf die Toilette muss? Dann kannst du die Windel ganz weglassen. Das ist der letzte Übungsschritt. Das bedeutet, dass es zwar noch kleine Unfälle gibt, aber immer weniger.
Im letzten Schritt ziehst du unterwegs oder anderswo auch keine Windel mehr an. Das bedeutet also zusätzliche Toilettengänge vorher und zwischendurch. Die kleinen Unfälle werden immer seltener.



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