Gerade dabei, aufs Töpfchen zu gehen

Bist du gerade dabei, dein Kind aufs Töpfchen zu trainieren? Das ist toll! Aber es ist auch eine ziemliche Herausforderung. Viele Eltern haben Fragen dazu. Keine Panik. In diesem Artikel erklären wir dir, worauf es beim Töpfchentraining ankommt. Und was du als Elternteil oder Erzieher tun kannst, um stressfrei voranzukommen.

Ihr seid gerade dabei, euer Kind aufs Töpfchen zu trainieren. Das ist toll! Aber das kann viele Fragen aufwerfen. Vielleicht merkt ihr, dass ihr bei einem bestimmten Schritt nicht weiterkommt. Oder es ist zu einem Kampf geworden und ihr fragt euch, ob das noch gut geht. Keine Panik. Wir erklären euch, worauf es beim Töpfchentraining ankommt. Und was ihr als Eltern oder Erzieher tun könnt, um ohne Stress weiterzukommen.

Jedes Kind ist anders

Wir hören oft von Eltern: Beim Ältesten ging es ganz leicht. Aber beim Zweiten ist es wirklich anders. Mach ich was falsch? Keine Sorge. Es kann durchaus sein, dass dein ein Kind ganz anders trocken wurde als dein anderes Kind. Jedes Kind entwickelt sich auf seine eigene Weise. Genau wie beim Laufen- oder Sprechenlernen. Auch deine familiäre Situation ist beim nächsten Kind anders. Beobachte dein Kind also genau und vergleiche nicht zu viel. Es kann sein, dass der eine Schritt länger dauert als der andere. Es gibt nur sehr wenige Kinder, die von einem Tag auf den anderen trocken werden.Für die meisten Kinder ist es ein Lernprozess, mit Höhen und Tiefen. Das bedeutet für dich: Ermutige dein Kind, mach ihm viele Komplimente, sei geduldig und macht es gemeinsam als Team! Sei auch nachsichtig mit dir selbst. Es ist ein großer Schritt!

Nicht gleich die Windel ausziehen

Viele Eltern legen gleich los und lassen die Windel den ganzen Vormittag oder den ganzen Tag weg. Vor allem, wenn ihr Kind schon älter als 3 Jahre ist. Sie gehen dann davon aus, dass ihr Kind schon weiß, wozu die Toilette da ist. Und dass es spürt, was in seinem Körper passiert. Aber genau das muss dein Kind erst noch lernen. Auch wenn es schon 3 oder 3,5 Jahre alt ist. Die Windeln von heute sind so saugfähig, dass ein Kind keine Nässe spürt. Am besten ist es also: Lass die Windel erst einmal an und wecke bei deinem Kind die Neugier auf die Toilette, auf Kacka, Pipi und darauf, was in der Windel passiert. Erst danach nimmst du die Windel Schritt für Schritt weg. Zunächst eine Stunde pro Tag. Damit dein Kind spürt, was passiert. Außerdem machst du dein Kind mit dem Töpfchen vertraut. Wozu dient das? Hat dein Kind zum ersten Mal Pipi oder Aa ins Töpfchen gemacht? Dann kann die Windel Schritt für Schritt länger wegbleiben. Zum Beispiel ein paar Stunden am Vormittag. Danach darf die Windel wieder angezogen werden. Die Windel bleibt erst weg, wenn dein Kind dafür bereit ist. Das Töpfchentraining dauert vom Start weg meist 1 bis 4 Monate. Rechne also damit.

Lernen, zu spüren, was passiert

Für dein Kind bedeutet das Töpfchentraining: zu lernen, zu spüren, was im Körper passiert, wenn Wasser hinzukommt. Das läuft meistens in dieser Reihenfolge ab: 

  • Danach: Ich habe (in die Windel) gepinkelt oder gekackt.
  • Während: Ich mache Pipi oder Aa (in die Windel oder auf das Töpfchen/die Toilette).
  • Vorab: Ich muss pinkeln oder groß machen.

Was kannst du als Elternteil tun?

Als Elternteil hilfst du deinem Kind dabei, die Signale zu erkennen, die es empfindet und aussendet. So fühlt sich dein Kind immer besser und versteht besser, was gerade passiert. Das geschieht in vier Schritten. Jeder Schritt dauert in der Regel ein paar Wochen. Diese Schritte findest du in unserem Ansatz:

1. Dein Kind zeigt Interesse (die Windel ist noch an). Du benennst Dinge, plauderst, stellst Fragen, zeigst, lässt es hören und riechen. Dein Kind wird sich einer Welt ohne Windeln bewusst.

2. Das erste Mal auf dem Töpfchen. Dein Kind macht zum ersten Mal etwas auf das Töpfchen oder die Toilette. Die Windel wird ab und zu für eine Stunde ausgezogen. Du solltest es ermutigen und die Signale erkennen: Was zeigt dein Kind danach, währenddessen und davor?

3. Immer öfter auf das Töpfchen oder die Toilette. Die Windel bleibt immer öfter und länger aus. Du wirst deinem Kind dabei helfen, feste Toilettenzeiten einzuhalten, und seinen Rhythmus erkennen.

4. Tschüss, Windel! Dein Kind geht selbst auf die Toilette, die Windel bleibt komplett weg. Du achtest besonders gut darauf, und gemeinsam schafft ihr es immer öfter rechtzeitig auf die Toilette. Bis es keine Unfälle mehr gibt. Oder fast keine mehr.

Gemeinsam mit anderen Erziehern

Erziehung und Aufwachsen sind keine Einzelleistung. Vielleicht kommen Großeltern zum Babysitten vorbei. Oder dein Kind geht in die Kindertagesstätte, in den Kindergarten oder zu einer Tagesmutter. All diese Bezugspersonen sind vertraute Menschen für dein Kind und für dich. Wenn ihr als Team zusammenarbeitet, kann das Töpfchentraining einfacher verlaufen. Besprich also, in welcher Phase des Töpfchentrainings sich dein Kind befindet, und frag, was die anderen Bezugspersonen tun können. Hast du Sorgen? Dann kannst du dich an den Hausarzt oder die Beratungsstelle wenden. Sie denken gerne mit dir mit und schauen, was nötig ist.

Die Nacht kommt später

Viele Eltern glauben, dass man das Töpfchentraining auch nachts üben kann. Oder sie haben es satt, jede Nacht das Bett zu wechseln. Wusstest du, dass sich die Nacht-Töpfchen-Kompetenz bei den meisten Kindern von selbst einstellt, und zwar innerhalb weniger Monate, nachdem sie tagsüber trocken geworden sind? Es kann aber auch länger dauern. Das ist ganz normal. Und leider kann man das nicht üben. Der Körper und das Gehirn deines Kindes müssen tagsüber üben und lernen, zusammenzuarbeiten: Die Blase ist voll, noch kurz aushalten und rechtzeitig auf die Toilette gehen. Fang also nicht zu früh damit an, die Windel beim Mittagsschlaf oder abends wegzulassen. Fang erst damit an, wenn die Windel eine Woche lang jeden Morgen trocken ist.

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